Programm & Ziele

Die Stadt mit Lebensqualität – ein Zukunftsprogramm für Papenburg

Die Stadt Papenburg ist das gewerblich-industrielle Zentrum des nördlichen Emslands und des südlichen Ostfrieslands. Mehr als 17.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und eine hohe Einpendlerquote sprechen eine deutliche Sprache. Arbeit und Bildung sind die zentralen Schwerpunkte meiner politischen Arbeit. Die Sicherung vorhandener und die Schaffung neuer Arbeitsplätze ist und bleibt die beste Sozialpolitik. Zusätzlich eröffnen Gewerbesteuereinnahmen der Stadt neue Gestaltungsmöglichkeiten. Lesen Sie im Folgenden welche Ziele ich in verschiedenen Bereichen anstrebe und welche Herausforderungen ich mit den Papenburger Bürgerinnen und Bürgern bewältigen möchte.

Erfahren Sie mehr über meine Visionen und Ziele

Hafen und Gewerbegebiete

Was aber stärkt die Wirtschaftskraft Papenburgs und befördert die industriell-gewerbliche Entwicklung unserer Stadt? Sicherlich ist hier zunächst der städtische See- und Binnenhafen zu nennen. Der Hafenentwicklung im vorhandenen Bestand und im Bokeler Bogen sowie dem Neubau der Seeschleuse gilt unser Hauptaugenmerk. Auch der Weiterentwicklung der übrigen Gewerbegebiete in allen Stadtteilen und dem Nienhauser Bogen kommt eine große Bedeutung zu. Potentielle Investoren warten beim Grunderwerb und bei der Bauleitplanung nicht auf die Kommune. Sie erwarten, dass die Stadt ihre „Hausaufgaben“ bereits erledigt hat.

Landwirtschaft und Gartenbau

Neben Handwerk, Handel und Industrie sind es die Betriebe der Urproduktion in Landwirtschaft und Gartenbau, die unsere Stadt prägen. Gerade die Gartenbaubetriebe sind durch die Landesgartenschau zu Recht stärker in den Fokus gerückt. Hier wäre es wünschenswert, wenn neben der eigentlichen Aufzucht der Pflanzen die Wertschöpfungskette in Papenburg deutlich erweitert werden könnte. Ich denke hier speziell an den Einsatz von Kräutern im gesundheitlichen Bereich, an Heilkräuter und „Wellness“. Erste Modellprojekte hierzu gibt es bereits.

Dienstleistungen am Menschen

Als Wirtschaftsfaktor nicht zu unterschätzen sind auch die vielen verschiedenen Dienstleistungen am Menschen, die in unserer Stadt für Arbeitplätze sorgen. Das Marienkrankenhaus und der gesamte Gesundheits- und Pflegesektor sind hier zu nennen, aber auch vielfältige Beratungsstellen für Menschen in speziellen Lebenslagen oder mit besonderem Förderbedarf. Diese Einrichtungen wären ohne das segensreiche Engagement der Kirche nicht denkbar. Gleiches gilt für die Kindertagesstätten, die sich überwiegend in Trägerschaft der Kirchengemeinden befinden. In besonderer Weise kümmert sich das Sankt Lukas-Heim um Menschen mit Handicaps und hält damit zugleich eine Vielzahl qualifizierter Arbeitsplätze vor. Ein breit aufgestelltes Krankenhaus ist für unsere Wirtschaftsbetriebe und die Bürgerinnen und Bürger unverzichtbar.

Tourismus in Papenburg

Auch der Tourismus ist eine Dienstleistung am Menschen, nämlich an den Gästen unserer Stadt. Hier wird es uns mit Hilfe der Landesgartenschau gelingen, die touristische Destination Papenburg als grüne und blühende Stadt der Kanäle nachhaltig zu etablieren. Das ist eine hervorragende Ergänzung zum ohnehin fest verankerten Werfttourismus und greift das emslandweit bedeutsame Thema „Radtourismus“ auf. Nach erfolgreichem Abschluss der Landesgartenschau sollte es perspektivisch unser Ziel sein, gemeinsam mit den ostfriesischen Städten und Gemeinden, dem nördlichen Cloppenburger Raum und den niederländischen Nachbarn das „Kulturgut Fehnlandschaft“ als touristische Marke zu etablieren. Der Stadt Papenburg kommt hierbei als ältester und längster Fehnkolonie auf deutscher Seite eine besondere Rolle zu. In diesem Zusammenhang verdienen auch der Bootstourismus, das Leben am Wasser und die Schiffbarkeit der Kanäle eine vertiefende Betrachtung.

Fachkräfte und Integration

Die Wirtschaftskraft Papenburgs und der hieraus resultierende Wohlstand können nur erhalten und ausgebaut werden, wenn die Betriebe in ausreichender Zahl Fachkräfte finden. In dieser Frage steht Papenburg im Wettbewerb mit einer Vielzahl anderer Städte und Regionen. Der demografische Wandel bringt es mit sich, dass unsere Stadt nur durch Zuwanderung von außen noch wächst. Damit kommt der beruflichen und gesellschaftlichen Integration von Menschen mit Migrationshintergrund – sei es aus Deutschland, aus Europa oder der ganzen Welt – eine entscheidende Rolle zu.

Die Stadt Papenburg bietet hierfür sehr gute Voraussetzungen: Durch den Schiffbau und in der Schifffahrt sind die Menschen hier traditionell weit herumgekommen; sie sind dementsprechend weltoffen und tolerant. Diese Mentalität prägt in meiner Wahrnehmung Papenburg bis zum heutigen Tag. Man muss sich nur einmal anschauen, wie viele Menschen unterschiedlicher Herkunft und Nationalität am Bau und Betrieb eines Kreuzfahrtschiffs auf der Meyer Werft mitwirken. Diese Menschen sollten – ob nur auf Zeit oder auf Dauer – in unser städtisches Leben noch intensiver mit einbezogen werden.

Ein Gemeinwesen kann nach meiner festen Überzeugung in Zukunft nur gedeihen, wenn es uns gelingt, Menschen aus aller Herren Länder und mit unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen zu integrieren. Der erste Schritt hierzu ist das Erlernen der deutschen Sprache, nach Möglichkeit schon in ganz jungen Jahren. Dies bringt besondere Herausforderungen für die Kindertagesstätten, die Grundschulen und die weiterführenden Schulen mit sich, denen sich die Akteure allesamt stellen. Spezielle Programme und Klassen hierzu haben wir gemeinsam mit dem Landkreis Emsland aufgelegt.

Lebensqualität in Papenburg

Verantwortlich für die hohe Lebensqualität in Papenburg sind auch die attraktiven und vielfältigen Kultur-, Sport- und sonstigen Freizeitangebote, die vielfach ehrenamtlich getragen werden. Ich habe in den vergangenen Wochen und Monaten unabhängig von der Landesgartenschau intensiv darüber nachgedacht, was uns alle in dieser Stadt eint: die Bürgerinnen und Bürger, den Stadtrat, den Ortsrat, die Ortsvorsteher, die Stadtverwaltung, die Kirchengemeinden, die vielen Vereine, Gruppen und Verbände im sozialen und karitativen Bereich, in Kultur, Sport und Musik. Um es auf einen Nenner zu bringen: Es ist meines Erachtens das Streben nach einer hohen Lebensqualität für alle Menschen in Papenburg! Ich glaube, darauf können sich alle einigen, auch wenn jeder den Begriff „Lebensqualität“ für sich selbst etwas anders definieren mag…

Für mich stehen einige Aspekte aber fest: Zur hohen Lebensqualität in Papenburg gehört, dass die Menschen hier angemessen bezahlte Arbeit finden, die ihnen ein Einkommen verschafft, mit dem sie auch auskommen und eine Familie ernähren können. Zur Lebensqualität gehört menschenwürdiger und bezahlbarer Wohnraum für alle, egal ob im selbst finanzierten Eigenheim oder in der Sammelunterkunft für Monteure.

Bildung ist Lebensqualität

Bildung ist Lebensqualität, angefangen bei der frühkindlichen Bildung in der Krippengruppe einer Kindertagesstätte über die schulische Bildung bis hin zur beruflichen und Erwachsenenbildung in der Volkshochschule oder der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte (HÖB). Das neue Kultur- und Bildungszentrum in der Villa Dieckhaus wird in der vernetzten Bildungsarbeit neue Maßstäbe setzen. Hier werden die Volkshochschule, der Kulturkreis, die Katholische Öffentliche Bücherei (Stadtbibliothek) und die Religionspädagogische Arbeitsstelle des Bistums Osnabrück unter einem Dach vielfältige Bildungs-, Medien-, Kultur- und Freizeitangebote für die Bürgerinnen und Bürger vorhalten.

Infrastruktur ist Lebensqualität

Eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur ist Lebensqualität. Hierzu gehören intakte Straßen und Brücken und gut ausgebaute Radwege. Das ist bei 352 Kilometern an reinen Stadtstraßen im wahrsten Sinne des Wortes eine Riesenbaustelle. Und es gehört auch zur Lebensqualität, dass man im Unterschied zur Großstadt nicht jeden Tag Stunden im Auto oder in öffentlichen Verkehrsmitteln verbringt, sondern vielfach sogar mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren kann.

Natur und Nachbarschaft ist Lebensqualität

Das attraktive und saubere Stadtbild, die Brücken und Kanäle stehen für hohe Lebensqualität. Die Nähe zur Natur, zu Wald und Moorlandschaften, Seen und Spazierwege, die freie Landschaft und großzügige Flächen hinterm Haus, Ruhe und Erholung vor der Haustür, das ist Lebensqualität, genauso wie der Klimaschutz, der dies alles bewahren hilft. Und last but not least das gesellschaftliche und kulturelle Leben in der Freizeit in einer Nachbarschaft, in der man sich häufig auch noch kennt, im Sportverein, bei der Feuerwehr, bei den Hilfs- und Rettungsdiensten, im interkulturellen Einsatz, in Chören und Musikvereinen, in den Heimatvereinen, ganz allgemein im Ehrenamt!

„Wir alle sind Papenburg“

Gerade in Zeiten knapper Finanzen kann diese hohe Lebensqualität nur im gemeinsamen Schulterschluss zwischen Bürgerschaft, Kirche, Ehrenamt, Politik und Verwaltung gewährleistet werden. In Anlehnung an John F. Kennedy sollten wir uns nicht so sehr fragen, was die öffentliche Hand für uns tun kann, sondern was wir alle gemeinsam für unsere Stadt und unsere Mitmenschen tun können. Wir alle sind Papenburg, wir alle sind verantwortlich für die Lebensqualität in unserer Stadt! Als Bürgermeister betrachte ich es als meine Aufgabe, an zentraler Stelle die Geschicke der Stadt zu lenken und so Papenburg gemeinsam mit dem Stadtrat weiter nach vorn zu bringen.

Ich freue mich auf weitere sieben gute Jahre!


Unterschrift Jan Peter Bechtluft

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